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Ratgeber Wärmepumpe · Effizienz · Stand September 2026

Wie viel Strom? Die JAZ verrät es.

Die Jahresarbeitszahl zeigt, wie viel Wärme aus einer Kilowattstunde Strom wird.

Außengerät einer Wärmepumpe vor einer Holzfassade (Herstellerfoto) HEIZUNG · SANITÄR · KLIMA · HEIZUNG · SANITÄR · KLIMA · MEISTER BETRIEB
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Wie viel Strom braucht eine Wärmepumpe?

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme eine Wärmepumpe im Jahr aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt. Sie ist die wichtigste Größe für die Betriebskosten. Im Fraunhofer-Feldtest erreichten Luft-Wärmepumpen in Bestandsgebäuden Werte zwischen 2,5 und 3,8, im Mittel 3,1; Erdreich-Anlagen lagen zwischen 3,3 und 4,7, im Mittel 4,1.

Stand:

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Was ist die Jahresarbeitszahl?

Das Verhältnis von erzeugter Wärme zu eingesetztem Strom über ein ganzes Jahr, gemessen im echten Betrieb. Eine JAZ von 3 heißt: Aus einer Kilowattstunde Strom werden drei Kilowattstunden Wärme.

Den Rest holt die Wärmepumpe aus der Umgebung – aus der Außenluft oder dem Erdreich. Weil die JAZ alle Jahreszeiten, das Warmwasser und die Eigenheiten Ihres Hauses enthält, sagt sie mehr über die Stromrechnung als jeder Prospektwert.

Welche JAZ erreichen Wärmepumpen im Bestand?

Um 3 bei Luft, um 4 bei Erdreich – das ist eine ehrliche Orientierung aus zwei Messreihen des Fraunhofer ISE an bewohnten Häusern.

Im neueren Projekt lagen die Werte etwas höher als im älteren. Ein Zusammenhang zwischen Baujahr des Gebäudes und Effizienz ließ sich nicht feststellen; die Spannweite zeigt aber, wie viel Planung und Einstellung ausmachen.

Gemessene Jahresarbeitszahlen in Bestandsgebäuden. Quellen: Fraunhofer ISE, Pressemitteilungen 27.07.2020 und 03.11.2025
WärmequelleJAZ-SpanneJAZ-MittelAnlagen im Test
Außenluft, „WPsmart im Bestand“ (2018/19)2,5 bis 3,83,129
Erdreich, „WPsmart im Bestand“ (2018/19)3,3 bis 4,74,112
Außenluft, „WP-QS im Bestand“ (Abschluss 2025)2,6 bis 4,93,461
Erdreich, „WP-QS im Bestand“ (Abschluss 2025)3,6 bis 5,44,316

Wie schätze ich den Stromverbrauch?

Jährlicher Wärmebedarf geteilt durch die JAZ. Den Wärmebedarf leiten Sie aus Ihrem bisherigen Gas- oder Ölverbrauch ab, der Heizungsbauer rechnet ihn genauer.

Die Beispielrechnung zeigt ein Haus mit 20.000 Kilowattstunden Wärmebedarf im Jahr. Mit Ihrem eigenen Stromtarif multipliziert ergibt sich daraus der Betrag; Preise nennen wir bewusst nicht, weil Tarife und Netzentgelte sich laufend ändern.

Rechenbeispiel ohne Preise, gerundet. Ihr Haus hat einen eigenen Wärmebedarf und eine eigene JAZ.
Annahme JAZRechnungStrombedarf pro Jahr
2,5 (unterer Feldtestwert Luft)20.000 kWh ÷ 2,5rund 8.000 kWh
3,1 (Mittel Luft 2018/19)20.000 kWh ÷ 3,1rund 6.450 kWh
3,4 (Mittel Luft 2025)20.000 kWh ÷ 3,4rund 5.880 kWh
4,3 (Mittel Erdreich 2025)20.000 kWh ÷ 4,3rund 4.650 kWh

Was senkt die JAZ?

Hohe Vorlauftemperaturen, ein hoher Warmwasseranteil und falsch eingestellte Anlagen. Das Gerät selbst ist selten das Problem.

Das Fraunhofer ISE fand im Projekt von 2025 typische Schwachstellen: Viele Wärmepumpen waren gemessen am Verbrauch überdimensioniert, manche schalteten sehr häufig ein und aus, und bei einem Teil der Anlagen mit Kombispeichern wurde Heizwärme unnötig auf Warmwasser-Temperatur erzeugt.

  • zu steile Heizkurve oder zu hohe Vorlauftemperatur
  • fehlender hydraulischer Abgleich
  • zu groß gewähltes Gerät mit vielen Starts
  • Warmwasser dauerhaft höher als nötig
  • Heizstab springt ein, weil die Anlage falsch eingestellt ist

Was unterscheidet COP, SCOP und JAZ?

Der COP ist ein Prüfstandswert, der SCOP ein genormter Jahreswert, die JAZ der gemessene Wert in Ihrem Haus. Nur die JAZ zeigt, was Sie tatsächlich bezahlen.

Der COP wird unter festen Bedingungen gemessen, etwa bei einer bestimmten Außen- und Wassertemperatur. Der SCOP rechnet das auf eine typische Heizsaison um. Beide eignen sich, um Geräte zu vergleichen – für Ihre Stromrechnung zählt die JAZ im Betrieb.

Wie wird die JAZ gemessen?

Mit einem Wärmemengenzähler für die erzeugte Wärme und einem Stromzähler für die Wärmepumpe. Viele Geräte zeigen Näherungswerte an, genauer sind geeichte Zähler.

Ein eigener Zählpunkt für die Wärmepumpe hat einen weiteren Vorteil: Für das reduzierte Netzentgelt nach § 14a Energiewirtschaftsgesetz im sogenannten Modul 2 verlangt die Bundesnetzagentur einen separaten Zählpunkt. Ob sich das für Sie lohnt, beurteilt der Elektrofachbetrieb.

Staatliche Förderung ist möglich – bis zu 70 % je nach Voraussetzungen (Stand 2026). Wir prüfen Ihre Voraussetzungen und unterstützen beim Antrag.

Was wir selbst machen – und was nicht

Macht Noa Haustechnik

  • Wärmepumpe passend zur Heizlast auslegen, damit sie nicht zu groß wird
  • Heizkurve, Warmwasser und hydraulischen Abgleich einstellen
  • Wärmemengenzähler im Heizkreis einbauen

Machen andere Fachleute

  • Stromzähler, Zählerschrank und ZählpunktElektrofachbetrieb und Messstellenbetreiber
  • Netzentgelt-Modul nach § 14a EnWGNetzbetreiber

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Stromverbrauch und JAZ

Wie viel Strom braucht eine Wärmepumpe im Altbau?

Wärmebedarf geteilt durch JAZ. Bei 20.000 kWh Wärmebedarf und einer JAZ von 3,1 sind es rund 6.450 kWh Strom im Jahr.

Was ist der Unterschied zwischen COP und JAZ?

Der COP ist ein Prüfstandswert unter festen Bedingungen, die JAZ der gemessene Wert über ein ganzes Jahr in Ihrem Haus.

Lohnt sich ein eigener Zähler?

Ein separater Zählpunkt ist Voraussetzung für das reduzierte Netzentgelt nach § 14a EnWG im Modul 2 und macht die JAZ messbar. Ob er sich lohnt, klärt der Elektrofachbetrieb.

Welche Effizienz verlangt die Förderung?

Das Merkblatt 458 verweist auf technische Mindestanforderungen der Förderrichtlinie. Ihre Einhaltung wird in der Bestätigung zum Antrag bestätigt; wir prüfen sie für Ihr Gerät.

Wie verbessere ich die JAZ?

Heizkurve absenken, hydraulisch abgleichen, Warmwassertemperatur sinnvoll wählen und das Gerät nicht zu groß auslegen.

Quellen

Rechts- und Förderangaben ohne Gewähr, keine Rechts- oder Steuerberatung. Maßgeblich sind die verlinkten Primärquellen.

  1. Fraunhofer ISE: Abschluss Feldtest „WPsmart im Bestand“ · Pressemitteilung 27.07.2020, abgerufen 22.09.2026
  2. Fraunhofer ISE: Wärmepumpen heizen auch im Altbau klimafreundlich („WP-QS im Bestand“) · Presseinformation 03.11.2025, abgerufen 22.09.2026
  3. KfW-Merkblatt Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude (458), Stand 07/2026 · gültig ab 21.07.2026, abgerufen 22.09.2026
  4. Bundesnetzagentur: Integration von steuerbaren Verbrauchseinrichtungen (§ 14a EnWG, Netzentgelt-Module) · abgerufen 22.09.2026

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