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Ratgeber Wärmepumpe · Vergleich · Stand September 2026

Zwei Heizungen. Ehrlich verglichen.

Seit dem GModG ist die Wahl frei – entscheiden sollten Ihr Haus und die Fakten.

Außengerät einer Wärmepumpe vor einer Holzfassade (Herstellerfoto) HEIZUNG · SANITÄR · KLIMA · HEIZUNG · SANITÄR · KLIMA · MEISTER BETRIEB
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Wärmepumpe oder Gasheizung – was passt 2026 besser?

Seit dem 29. Juli 2026 ist die Wahl frei, die 65-Prozent-Pflicht ist entfallen. Für die Wärmepumpe sprechen staatliche Förderung bis zu 70 % je nach Voraussetzungen (Stand 2026) und keine Bio-Treppe. Für Gas sprechen der geringere Eingriff und hohe Vorlauftemperaturen. Entscheidend sind Heizlast, nötige Vorlauftemperatur, Heizflächen, Aufstellort und Stromanschluss Ihres Hauses.

Stand:

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Was hat sich an der Entscheidung 2026 geändert?

Die gesetzliche Vorgabe für erneuerbare Energien beim Heizungstausch ist weg. Übrig bleiben Technik, Förderung und die Bio-Treppe für neue Gas- und Ölheizungen.

Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ist in seinen ersten Teilen am 29. Juli 2026 in Kraft getreten. Laut Bundesportal sehen die neuen Regeln grundsätzlich keine 65-Prozent-Anforderung an erneuerbare Energien mehr vor. Stattdessen müssen neu eingebaute Gas- und Ölheizungen steigende Anteile biogener Brennstoffe oder Wasserstoff nutzen: ab 2029 mindestens 10 Prozent, ab 2030 mindestens 15 Prozent, ab 2035 mindestens 30 Prozent und ab 2040 mindestens 60 Prozent.

Eine neue Gasheizung ist damit erlaubt. Sie bindet Sie aber an einen Brennstoff, dessen Zusammensetzung sich über die Laufzeit der Heizung per Gesetz ändert.

Wie schneiden beide im direkten Vergleich ab?

Die Tabelle stellt die Punkte gegenüber, die für Eigentümer in Mittelhessen am häufigsten entscheiden. Preise nennen wir bewusst nicht, weil sie am einzelnen Haus hängen.

Wärmepumpe und neue Gasheizung im Vergleich (Stand 22.09.2026, ohne Gewähr, keine Rechtsberatung)
KriteriumWärmepumpeGasheizung
Rechtslage seit 29.07.2026frei wählbarfrei wählbar, Bio-Treppe für neue Anlagen
Förderung (KfW 458)staatliche Förderung möglich, bis zu 70 % je nach Voraussetzungen (Stand 2026)nicht in der Liste förderfähiger Heizungstechnik
Brennstoffvorgabekeineab 2029 steigende biogene Anteile (10 → 60 % bis 2040)
Vorlauftemperaturje niedriger, desto effizienter; im Feldtest knapp 44 Grad im Mittelauch hohe Temperaturen ohne Effizienzverlust
Eingriff beim TauschAußen- und Innengerät, oft Speicher, ggf. einzelne Heizkörpermeist Tausch am vorhandenen Platz, Abgasweg prüfen
Platz außenAufstellort für das Außengerät mit Blick auf Schallkein Außengerät
StromanschlussAnschluss durch Elektrofachbetrieb, steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWGkein eigener Starkstromanschluss
Schornsteinfegerkeine Feuerstätte, keine FeuerstättenschauFeuerstättenschau und Überprüfung der Anlage
WartungSichtprüfung, Einstellungen, Kältekreis nur mit SachkundeBrenner, Abgaswege, Sicherheitseinrichtungen

Wann passt die Wärmepumpe?

Wenn Ihr Haus mit niedriger Vorlauftemperatur warm wird – und das ist häufiger der Fall, als viele denken. Im Fraunhofer-Feldtest reichten Bestandsgebäuden im Mittel knapp 44 Grad (Messung 2018/19).

Im Folgeprojekt, das 2025 abgeschlossen wurde, erreichten Luft-Wasser-Wärmepumpen eine mittlere Jahresarbeitszahl von 3,4; ein Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz ließ sich nicht feststellen. Gute Zeichen sind ein bestandener 55-Grad-Test, ausreichend große Heizkörper und ein Platz für das Außengerät mit Abstand zu Schlafräumen.

Wann ist Gas die ehrlichere Wahl?

Wenn Räume dauerhaft sehr hohe Vorlauftemperaturen brauchen und ein Umbau der Heizflächen nicht infrage kommt – oder wenn ein Wärmenetz absehbar ist.

Liegt Ihr Haus in einem Gebiet, für das die Kommune den Anschluss an ein Wärmenetz vorschreibt, fördert die KfW laut Merkblatt 458 nur den Netzanschluss, nicht eine eigene Heizung. Wer auf den Wärmeplan seiner Gemeinde wartet, kann einen funktionierenden Kessel weiterlaufen lassen oder übergangsweise tauschen.

Auch eine Hybridheizung kann der ehrlichere Weg sein: Die Wärmepumpe übernimmt den Großteil, Gas nur die kältesten Tage.

Was entscheidet über die Betriebskosten?

Bei der Wärmepumpe die Jahresarbeitszahl, bei Gas der Brennstoffpreis einschließlich künftiger Bio-Anteile. Preise nennen wir bewusst nicht, weil sich Tarife und Netzentgelte laufend ändern.

Die Rechnung selbst ist einfach: Der Wärmebedarf Ihres Hauses geteilt durch die Jahresarbeitszahl ergibt den Strombedarf der Wärmepumpe. Bei Gas teilen Sie den Wärmebedarf durch den Nutzungsgrad des Kessels. Mit Ihren eigenen Tarifen können Sie beides vergleichen. Wie die Jahresarbeitszahl entsteht und wie Sie sie verbessern, steht im Ratgeber zu Stromverbrauch und JAZ.

Wie finden Sie heraus, was passt?

Mit dem 55-Grad-Test und einem Termin vor Ort, bei dem Heizlast und Heizflächen aufgenommen werden. Danach wissen Sie, ob eine Wärmepumpe allein, ein Hybrid oder eine neue Gasheizung zu Ihrem Haus passt.

  1. 55-Grad-Test an kalten Tagen selbst machen
  2. Verbräuche der letzten Jahre heraussuchen
  3. Termin vor Ort: Heizlast, Heizflächen, Aufstellort
  4. Vergleich der Varianten mit klaren Positionen im Angebot

Staatliche Förderung ist möglich – bis zu 70 % je nach Voraussetzungen (Stand 2026). Wir prüfen Ihre Voraussetzungen und unterstützen beim Antrag.

Was wir selbst machen – und was nicht

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  • Beratung zu Wärmepumpe, Hybrid und Gasheizung
  • Planung, Einbau und Wartung beider Heizungsarten
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Machen andere Fachleute

  • Stromanschluss und Anmeldung der WärmepumpeElektrofachbetrieb
  • Feuerstättenschau und Überprüfung der Gasheizungbevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger
  • Neuer GashausanschlussGasnetzbetreiber

Häufige Fragen

Häufige Fragen: Wärmepumpe oder Gas

Darf ich 2026 noch eine Gasheizung einbauen?

Ja. Seit dem 29. Juli 2026 gilt keine 65-Prozent-Pflicht mehr. Für neue Gasheizungen gilt ab 2029 die Bio-Treppe, eine Förderung nach KfW 458 gibt es für sie nicht.

Lohnt sich eine Wärmepumpe im Altbau?

Meist ja. Im Fraunhofer-Feldtest lag die mittlere Jahresarbeitszahl von Luft-Wärmepumpen in Bestandsgebäuden bei 3,1 (2018/19), im Folgeprojekt bei 3,4 (2025).

Was ist im Betrieb günstiger?

Das hängt an Jahresarbeitszahl, Wärmebedarf und Ihren Energietarifen. Eine Pauschalantwort wäre unseriös; wir rechnen es mit Ihren Zahlen durch.

Kann ich später von Gas auf Wärmepumpe wechseln?

Ja. Eine Hybridlösung kann der erste Schritt sein: Die Wärmepumpe kommt dazu, der Gaskessel deckt nur noch die Spitzen.

Muss bei der Wärmepumpe der Schornsteinfeger kommen?

Nein, sie hat keine Feuerstätte. Die alte Gasheizung wird bei der Stilllegung dem Bezirksschornsteinfeger gemeldet.

Wie finde ich heraus, was zu meinem Haus passt?

Machen Sie den 55-Grad-Test an kalten Tagen und vereinbaren Sie einen Termin vor Ort mit Heizlastaufnahme.

Quellen

Rechts- und Förderangaben ohne Gewähr, keine Rechts- oder Steuerberatung. Maßgeblich sind die verlinkten Primärquellen.

  1. BMWSB: Gebäudemodernisierungsgesetz · Stand 29.07.2026, abgerufen 22.09.2026
  2. Bundesportal GModG: Chronologie (Inkrafttreten, Bio-Treppe) · abgerufen 22.09.2026
  3. KfW-Merkblatt Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude (458), Stand 07/2026 · gültig ab 21.07.2026, abgerufen 22.09.2026
  4. Fraunhofer ISE: Abschluss Feldtest „WPsmart im Bestand“ · Pressemitteilung 27.07.2020, abgerufen 22.09.2026
  5. Fraunhofer ISE: Wärmepumpen heizen auch im Altbau klimafreundlich („WP-QS im Bestand“) · Presseinformation 03.11.2025, abgerufen 22.09.2026
  6. § 14 Schornsteinfeger-Handwerksgesetz (Feuerstättenschau) · abgerufen 22.09.2026

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