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Ratgeber Wärmepumpe · Stand September 2026

Alter Bau. Wärmepumpe passt.

Nicht das Baujahr entscheidet, sondern die Vorlauftemperatur Ihres Hauses.

Außengerät einer Wärmepumpe vor einer Holzfassade (Herstellerfoto) HEIZUNG · SANITÄR · KLIMA · HEIZUNG · SANITÄR · KLIMA · MEISTER BETRIEB
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Ist mein Altbau für eine Wärmepumpe geeignet?

In den meisten Fällen ja. Im Feldtest des Fraunhofer ISE arbeiteten Wärmepumpen in 15 bis 170 Jahre alten Häusern mit einer mittleren Jahresarbeitszahl von 3,1 bei Luft- und 4,1 bei Erdreich-Anlagen. Entscheidend ist nicht das Baujahr, sondern fünf prüfbare Größen: Heizlast, nötige Vorlauftemperatur, Heizflächen, Aufstellort und Stromanschluss.

Stand:

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Was haben die Feldtests des Fraunhofer ISE gezeigt?

Wärmepumpen arbeiten auch in alten, nicht vollständig sanierten Häusern effizient. Das zeigen zwei Messreihen des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme an echten Wohnhäusern.

Im Projekt „WPsmart im Bestand“ wurden von Juli 2018 bis Juni 2019 Anlagen in 15 bis 170 Jahre alten Gebäuden gemessen. Das Folgeprojekt „WP-QS im Bestand“ hat 77 Anlagen in Häusern mit Baujahren von 1826 bis 2001 überwacht und 2025 abgeschlossen. Sein wichtigster Satz für Altbau-Besitzer: Eine Korrelation zwischen Baujahr und Effizienz der Wärmepumpe konnte nicht festgestellt werden.

JAZ = Jahresarbeitszahl: Kilowattstunden Wärme je Kilowattstunde Strom. Quellen: Fraunhofer ISE, Pressemitteilungen 27.07.2020 und 03.11.2025
FeldtestGebäudeLuft-Wärmepumpen (Mittel)Erdreich-Wärmepumpen (Mittel)
WPsmart im Bestand (2018/19)15 bis 170 Jahre altJAZ 3,1 (29 Anlagen)JAZ 4,1 (12 Anlagen)
WP-QS im Bestand (Abschluss 2025)Baujahre 1826 bis 2001JAZ 3,4 (61 Anlagen)JAZ 4,3 (16 Anlagen)
Mittlere maximale Vorlauftemperatur (2018/19)Bestandknapp 44 Gradetwas über 45 Grad
Anteil Heizstab an der StromarbeitBestand1,9 % (2018/19), 1,3 % (2025)gering bzw. nahe null

Welche fünf Größen entscheiden?

Heizlast, Vorlauftemperatur, Heizflächen, Aufstellort und Stromanschluss. Alle fünf lassen sich vor Ort messen oder berechnen – das Baujahr steht nicht auf der Liste.

Die Tabelle zeigt, was wir prüfen und was Sie schon vorher selbst einschätzen können.

Die fünf Prüfgrößen für den Umstieg im Bestand (Stand September 2026)
Prüfgrößewas geprüft wirdwie Sie es vorab einschätzen
HeizlastWie viel Wärme das Haus am kältesten Tag braucht, raumweise berechnetVerbrauch der letzten drei Jahre aus den Abrechnungen heraussuchen
VorlauftemperaturWelche Wassertemperatur die Räume an kalten Tagen warm hält55-Grad-Test an kalten Tagen durchführen
HeizflächenOb Heizkörper oder Fußbodenheizung je Raum genug Fläche habenRäume notieren, die schon heute schlecht warm werden
AufstellortPlatz für Außen- und Innengerät, Luftführung, Abstand zu Nachbarn und Schlafräumenmöglichen Platz im Garten oder an der Hauswand überlegen
StromanschlussHausanschluss und Zählerschrank für die WärmepumpeFoto vom Zählerschrank machen; beurteilen muss es der Elektrofachbetrieb

Muss das Haus vorher gedämmt werden?

Nicht zwingend. Dämmung senkt die Heizlast und damit die nötige Vorlauftemperatur, ist aber keine Voraussetzung für den Betrieb einer Wärmepumpe.

Im Projekt „WP-QS im Bestand“ war nur rund die Hälfte der vor 1977 gebauten Häuser an der Fassade nachträglich gedämmt, die ab 1977 errichteten Häuser waren bis auf eines unsaniert. Trotzdem erreichten die Anlagen gute Jahresarbeitszahlen.

Sinnvoll ist oft eine andere Reihenfolge: erst die Heizung auf das Haus abstimmen, dann bei ohnehin fälligen Arbeiten Fenster, Dach oder Fassade verbessern. Jede spätere Dämmung macht die vorhandene Wärmepumpe effizienter.

Wie hoch darf die Vorlauftemperatur sein?

Je niedriger, desto sparsamer; 55 Grad gelten als praktische Obergrenze für eine einfache Selbstprüfung. Im ersten ISE-Feldtest lag die mittlere maximale Vorlauftemperatur der Luft-Wärmepumpen bei knapp 44 Grad.

Viele Heizungen im Altbau laufen mit höheren Temperaturen, als das Haus braucht – oft, weil die Heizkurve nach dem Einbau nie angepasst wurde. Wie weit sich die Temperatur bei Ihnen senken lässt, zeigt der 55-Grad-Test an kalten Tagen – die Anleitung steht in unserem eigenen Ratgeber.

Was, wenn einzelne Räume nicht warm werden?

Dann reichen oft größere Heizkörper in genau diesen Räumen. Ein Komplettumbau aller Heizflächen ist selten nötig.

Laut der ISE-Untersuchung von 2025 lassen sich ausreichend dimensionierte Heizkörper im Mittel mit ähnlich niedrigen Temperaturen betreiben wie Flächenheizungen. Betroffen sind oft Eckräume, Bäder oder ausgebaute Dachgeschosse. Wie Sie diese Räume erkennen und welche Lösungen es gibt, erklärt der Ratgeber „Wärmepumpe mit Heizkörpern“.

Wie prüfen wir Ihr Haus?

Mit einem Termin vor Ort, bevor irgendetwas bestellt wird. Wir nehmen Heizlast, Heizflächen und Aufstellort auf und sagen Ihnen offen, wenn eine Wärmepumpe allein nicht passt.

  1. Verbräuche, Baujahr und bisherige Sanierungen gemeinsam durchgehen
  2. Räume, Heizkörper und Rohrleitungen aufnehmen
  3. Heizlast raumweise berechnen – sie ist auch Grundlage für den hydraulischen Abgleich
  4. Aufstellort für Außen- und Innengerät festlegen
  5. Empfehlung: Wärmepumpe allein, mit größeren Heizkörpern oder als Hybrid

Staatliche Förderung ist möglich – bis zu 70 % je nach Voraussetzungen (Stand 2026). Wir prüfen Ihre Voraussetzungen und unterstützen beim Antrag.

Was wir selbst machen – und was nicht

Macht Noa Haustechnik

  • Heizlast und Heizflächen prüfen, Wärmepumpe auslegen
  • Heizkörper tauschen, hydraulischen Abgleich durchführen
  • Wärmepumpe einbauen, in Betrieb nehmen und einstellen

Machen andere Fachleute

  • Hausanschluss, Zählerschrank und StromanschlussElektrofachbetrieb
  • Dämmung von Fassade und DachStuckateur, Zimmerer oder Dachdecker
  • Bohrung für ErdsondenBrunnenbauer oder Bohrunternehmen
  • Energieberatung und SanierungsfahrplanExpertin/Experte für Energieeffizienz

Häufige Fragen

Häufige Fragen zur Wärmepumpe im Altbau

Funktioniert eine Wärmepumpe ohne Dämmung?

Oft ja. Entscheidend ist, ob die Heizflächen die Räume bei niedriger Vorlauftemperatur warm bekommen. In den ISE-Feldtests waren viele Häuser nur teilweise oder gar nicht saniert.

Geht eine Wärmepumpe im Haus von 1970?

Das Baujahr allein entscheidet nicht. In den Feldtests des Fraunhofer ISE waren die Gebäude bis zu 170 Jahre alt, ein Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz ließ sich nicht feststellen.

Brauche ich eine Fußbodenheizung?

Nein. Ausreichend große Heizkörper lassen sich laut Fraunhofer ISE im Mittel mit ähnlich niedrigen Temperaturen betreiben wie Flächenheizungen.

Welche Wärmepumpe passt in den Altbau?

Meist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, weil sie ohne Bohrung auskommt. Erdreich-Anlagen arbeiteten in den Feldtests effizienter, brauchen aber Platz, ein Bohr- oder Erdbauunternehmen und die Abstimmung mit der zuständigen Wasserbehörde.

Wer berechnet die Heizlast?

Wir, raumweise beim Termin vor Ort. Die Berechnung ist Grundlage für die Auslegung der Wärmepumpe und für den hydraulischen Abgleich.

Quellen

Rechts- und Förderangaben ohne Gewähr, keine Rechts- oder Steuerberatung. Maßgeblich sind die verlinkten Primärquellen.

  1. Fraunhofer ISE: Abschluss Feldtest „WPsmart im Bestand“ · Pressemitteilung 27.07.2020, abgerufen 22.09.2026
  2. Fraunhofer ISE: Wärmepumpen heizen auch im Altbau klimafreundlich („WP-QS im Bestand“) · Presseinformation 03.11.2025, abgerufen 22.09.2026
  3. KfW-Merkblatt Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude (458), Stand 07/2026 · gültig ab 21.07.2026, abgerufen 22.09.2026

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