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Ratgeber Wärmepumpe · Selbsttest · Stand September 2026

Vorlauf auf 55 Grad. Wird es warm?

Mit einem einfachen Test an kalten Tagen prüfen Sie Ihr Haus selbst.

Außengerät einer Wärmepumpe vor einer Holzfassade (Herstellerfoto) HEIZUNG · SANITÄR · KLIMA · HEIZUNG · SANITÄR · KLIMA · MEISTER BETRIEB
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Wie funktioniert der 55-Grad-Test für die Wärmepumpe?

Der 55-Grad-Test zeigt ohne Rechnung, ob Ihr Haus für eine Wärmepumpe infrage kommt. Begrenzen Sie an kalten Tagen die Vorlauftemperatur Ihrer Heizung auf höchstens 55 Grad, schalten Sie die Nachtabsenkung aus und prüfen Sie, ob alle Räume warm werden. Im Feldtest des Fraunhofer ISE reichten Bestandsgebäuden im Mittel knapp 44 Grad Vorlauftemperatur.

Stand:

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Wie funktioniert der Test Schritt für Schritt?

Sie lassen Ihre bestehende Heizung einige kalte Tage lang so laufen, wie später eine Wärmepumpe laufen würde: mit höchstens 55 Grad im Vorlauf und ohne Nachtabsenkung. Dann beobachten Sie, ob alle Räume Ihre gewohnte Temperatur erreichen.

Der Vorlauf ist das Heizwasser, das vom Kessel zu den Heizkörpern fließt. Je niedriger es sein darf, desto effizienter arbeitet eine Wärmepumpe.

  1. Eine Phase mit kalten Tagen abwarten, am besten mit Frost auch tagsüber.
  2. Die maximale Vorlauftemperatur an der Regelung auf 55 Grad begrenzen oder die Heizkurve entsprechend absenken.
  3. Die Nachtabsenkung ausschalten, denn eine Wärmepumpe heizt gleichmäßig durch.
  4. Alle Thermostatventile auf die Stufe stellen, die Sie im Winter sonst nutzen, und Türen wie gewohnt handhaben.
  5. Drei bis fünf Tage lang morgens und abends die Temperatur in jedem Raum notieren.
  6. Danach die alte Einstellung wiederherstellen oder vom Fachbetrieb wiederherstellen lassen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

An möglichst kalten Wintertagen. Nur dann braucht Ihr Haus so viel Wärme, dass sich zeigt, ob 55 Grad genügen.

Ein Test im Herbst oder bei milden Plusgraden sagt wenig aus, weil fast jedes Haus dann auch mit niedriger Temperatur warm wird. Wer im Sommer plant, kann den Test im folgenden Winter nachholen oder direkt eine Heizlastberechnung machen lassen.

Wie stelle ich die Vorlauftemperatur ein?

Über die Regelung Ihres Kessels: entweder mit einer Begrenzung der maximalen Vorlauftemperatur oder mit einer flacheren Heizkurve. Wie das geht, steht in der Bedienungsanleitung Ihres Geräts.

Zeigt Ihre Regelung keine Vorlauftemperatur an, lässt sie sich am Vorlaufrohr mit einem Anlegethermometer messen. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie die Einstellung vom Fachbetrieb vornehmen – beim Termin vor Ort übernehmen wir das. Am Gasbrenner, an Sicherheitseinrichtungen oder an der Abgasanlage stellen Sie bitte nichts selbst ein.

Was bedeutet das Ergebnis?

Werden alle Räume warm, sind die Voraussetzungen gut. Bleiben einzelne Räume kühl, liegt es meist an deren Heizflächen, nicht am ganzen Haus.

Die Tabelle ordnet Ihr Ergebnis ein und nennt den sinnvollen nächsten Schritt.

Einordnung des 55-Grad-Tests (Vorprüfung, ersetzt keine Heizlastberechnung)
ErgebnisBedeutungnächster Schritt
Alle Räume werden warmHeizflächen reichen für niedrige VorlauftemperaturenHeizlastberechnung und Planung der Wärmepumpe
Alle warm, sogar unter 55 Gradsehr gute Voraussetzungen, hohe Effizienz zu erwartenTest mit 50 Grad wiederholen, dann Planung
Ein oder zwei Räume bleiben kühlHeizfläche in diesen Räumen zu kleingrößere Heizkörper oder Gebläsekonvektor für diese Räume prüfen
Viele Räume bleiben kühlHaus braucht heute höhere TemperaturenHeizlast berechnen, Heizflächen und Dämmung prüfen, Hybrid erwägen
Warm erst ab etwa 60 GradWärmepumpe möglich, aber mit Aufwand bei HeizflächenUmbau einzelner Heizflächen oder Hybridlösung vergleichen
Test nicht möglichkeine Vorlaufanzeige oder zu milde TageVorlauf beim Termin messen, Heizlast berechnen

Warum gerade 55 Grad?

55 Grad sind eine praktische Obergrenze, keine Norm. Moderne Wärmepumpen schaffen auch höhere Temperaturen, arbeiten dann aber weniger effizient.

Die Messwerte echter Häuser liegen deutlich darunter: Im Feldtest „WPsmart im Bestand“ des Fraunhofer ISE lag die mittlere maximale Vorlauftemperatur der Luft-Wärmepumpen bei knapp 44 Grad. Im Folgeprojekt zeigte sich, dass ausreichend große Heizkörper im Mittel mit ähnlich niedrigen Temperaturen auskommen wie eine Fußbodenheizung. Wer den Test bei 55 Grad besteht, hat also Spielraum.

Was ersetzt der Test nicht?

Die raumweise Heizlastberechnung. Der Test ist eine Vorprüfung, mit der Sie ohne Kosten eine erste Einschätzung bekommen.

Für die Auslegung der Wärmepumpe und für den hydraulischen Abgleich braucht es die Berechnung ohnehin; einen Nachweis zum Abgleich kann die KfW im Förderverfahren anfordern. Bringen Sie Ihre Notizen aus dem Test zum Termin mit – sie zeigen uns, welche Räume wir genauer ansehen müssen.

Staatliche Förderung ist möglich – bis zu 70 % je nach Voraussetzungen (Stand 2026). Wir prüfen Ihre Voraussetzungen und unterstützen beim Antrag.

Was wir selbst machen – und was nicht

Macht Noa Haustechnik

  • Vorlauftemperatur einstellen oder messen, wenn Sie unsicher sind
  • Heizlast raumweise berechnen und Heizflächen bewerten
  • Wärmepumpe planen, einbauen und hydraulisch abgleichen

Machen andere Fachleute

  • Stromanschluss der WärmepumpeElektrofachbetrieb
  • Prüfung der Abgasanlage des alten Kesselsbevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger

Häufige Fragen

Häufige Fragen zum 55-Grad-Test

Kann ich den Test selbst machen?

Ja, bei den meisten Regelungen ohne Werkzeug. Sie ändern nur die Vorlaufbegrenzung oder die Heizkurve und schalten die Nachtabsenkung aus.

Was, wenn meine Heizung keine Vorlaufanzeige hat?

Dann messen wir die Temperatur am Vorlaufrohr oder stellen die Begrenzung beim Termin gemeinsam mit Ihnen ein.

Ist der Test im Herbst aussagekräftig?

Nur eingeschränkt. Er gehört an kalte Tage, weil das Haus erst dann seine volle Heizleistung braucht.

Ersetzt der Test die Heizlastberechnung?

Nein. Er ist eine Vorprüfung. Für Planung und hydraulischen Abgleich wird die Heizlast raumweise berechnet.

Was, wenn das Haus erst bei 60 Grad warm wird?

Dann ist eine Wärmepumpe nicht ausgeschlossen. Zu prüfen sind größere Heizkörper in einzelnen Räumen oder eine Hybridlösung mit Gas für die kältesten Tage.

Quellen

Rechts- und Förderangaben ohne Gewähr, keine Rechts- oder Steuerberatung. Maßgeblich sind die verlinkten Primärquellen.

  1. Fraunhofer ISE: Abschluss Feldtest „WPsmart im Bestand“ · Pressemitteilung 27.07.2020, abgerufen 22.09.2026
  2. Fraunhofer ISE: Wärmepumpen heizen auch im Altbau klimafreundlich („WP-QS im Bestand“) · Presseinformation 03.11.2025, abgerufen 22.09.2026
  3. KfW-Merkblatt Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude (458), Stand 07/2026 · gültig ab 21.07.2026, abgerufen 22.09.2026

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