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Ratgeber Klima · Energielabel · Stand September 2026

Kühlen kostet Strom. Aber wie viel?

SEER, SCOP und Jahresverbrauch auf dem Energielabel – so vergleichen Sie Klimageräte.

Split-Klimaanlage
HEIZUNG · SANITÄR · KLIMA · HEIZUNG · SANITÄR · KLIMA · MEISTER BETRIEB
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  • SEER fürs Kühlen, SCOP fürs Heizen
  • Effizienzklassen A+++ bis G im Überblick
  • Passende Größe statt Übergröße

Wie viel Strom verbraucht eine Klimaanlage?

Wie viel Strom eine Klimaanlage braucht, zeigen SEER für das Kühlen und SCOP für das Heizen auf dem EU-Energielabel: Je höher der Wert, desto weniger Strom je Kilowattstunde Kälte oder Wärme. Der Jahresverbrauch in kWh ist ein Normwert, beim Kühlen für 350 äquivalente Stunden (Verordnung (EU) Nr. 626/2011). Klasse A+++ beginnt bei SEER 8,50 und SCOP 5,10.

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Was bedeuten SEER und SCOP?

Es sind jahreszeitbedingte Leistungszahlen: Sie geben an, wie viel Kälte oder Wärme ein Gerät über eine ganze Saison aus einer Kilowattstunde Strom macht. SEER steht für das Kühlen, SCOP für das Heizen.

Die Verordnung (EU) Nr. 626/2011 definiert beide als Verhältnis: Bezugs-Jahresbedarf an Kälte beziehungsweise Wärme geteilt durch den Jahresstromverbrauch dafür. Ein SEER von 7 bedeutet also, dass das Gerät im Normjahr rund siebenmal so viel Kälte liefert, wie es Strom aufnimmt. Anders als die Nennwerte EER und COP, die nur einen einzelnen Betriebspunkt beschreiben, berücksichtigen SEER und SCOP auch Teillast, Bereitschaft und Ausschaltzeiten.

Welche Effizienzklassen gibt es?

Für Split-Klimageräte bis 12 kW reicht die Skala von A+++ bis G, getrennt für Kühlen und Heizen. Die Heizklasse bezieht sich nach Anhang II auf die Heizperiode „mittel“; diese Klasse ist auch für die BEG-Förderung maßgeblich.

Die Tabelle zeigt die Grenzwerte der oberen Klassen aus Anhang II der Verordnung (EU) Nr. 626/2011 und darunter die Mindestwerte, die neue Geräte seit 2014 nach der Ökodesign-Verordnung (EU) Nr. 206/2012 erreichen müssen. Für Kältemittel mit sehr niedrigem Treibhauspotenzial (bis 150) liegen diese Mindestwerte etwas niedriger.

Klassen nach Verordnung (EU) Nr. 626/2011 Anhang II Tabelle 1 (Luftkonditionierer außer Ein- und Zweikanalgeräten; E bis G weiter abgestuft), Mindestwerte nach Verordnung (EU) Nr. 206/2012 für Kältemittel mit Treibhauspotenzial über 150
EnergieeffizienzklasseSEER (Kühlen)SCOP (Heizen, Klimazone mittel)
A+++ab 8,50ab 5,10
A++6,10 bis unter 8,504,60 bis unter 5,10
A+5,60 bis unter 6,104,00 bis unter 4,60
A5,10 bis unter 5,603,40 bis unter 4,00
B4,60 bis unter 5,103,10 bis unter 3,40
C4,10 bis unter 4,602,80 bis unter 3,10
D3,60 bis unter 4,102,50 bis unter 2,80
Ökodesign-Mindestwert unter 6 kW4,603,80
Ökodesign-Mindestwert 6 bis 12 kW4,303,80

Wie liest man den Jahresverbrauch auf dem Label?

Als Normwert zum Vergleichen, nicht als Vorhersage Ihrer Stromrechnung. Der Wert in kWh pro Jahr ergibt sich vereinfacht aus der Auslegungslast des Geräts, einer festen Zahl äquivalenter Betriebsstunden und der jahreszeitbedingten Leistungszahl.

Zwei Geräte gleicher Größe lassen sich damit gut vergleichen: Das mit dem niedrigeren Jahresverbrauch arbeitet unter Normbedingungen sparsamer. Wie viel Strom Ihre Anlage tatsächlich braucht, hängt dagegen davon ab, wie oft und wie lange sie läuft, wie groß und sonnig die Räume sind und wo das Gebäude steht.

  • Kühlbetrieb: Auslegungslast mal 350 Stunden geteilt durch SEER
  • Heizbetrieb: Auslegungslast mal 1 400 Stunden (Klimazone mittel) geteilt durch SCOP
  • Vergleich: nur Geräte mit ähnlicher Auslegungslast direkt gegenüberstellen

Warum verbraucht Heizen meist mehr als Kühlen?

Weil die Norm für das Heizen viel mehr Betriebsstunden ansetzt. Für die Heizperiode „mittel“ rechnet die Verordnung mit 1 400 äquivalenten Stunden, für das Kühlen nur mit 350 (Anhang VII Tabelle 4).

Dazu kommt, dass der SCOP bei den meisten Geräten niedriger ist als der SEER: Bei kalter Außenluft muss das Gerät stärker arbeiten, um Wärme zu gewinnen. Wer seine Klimaanlage auch zum Heizen nutzen möchte, sollte deshalb besonders auf den SCOP achten. Für eine Förderung als Heizung verlangt die technische FAQ-Liste der BEG bei Geräten bis 12 kW die Klasse A++ oder A+++ der mittleren Klimazone (TFAQ 8.21).

Was senkt den Verbrauch im Alltag?

Ein passend ausgelegtes Gerät, Sonnenschutz und eine maßvolle Solltemperatur. Vieles davon haben Sie selbst in der Hand.

Ein zu großes Gerät schaltet häufig ein und aus und erreicht seine Normwerte im Alltag nicht. Deshalb ermitteln wir vor der Geräteauswahl, wie viel Kühl- und Heizleistung Ihre Räume wirklich brauchen.

  • Gerätegröße nach der Kühl- und Heizlast der Räume wählen, nicht nach dem größten Modell
  • außen liegender Sonnenschutz vor Süd- und Westfenstern
  • Fenster und Türen im Kühlbetrieb geschlossen halten
  • Solltemperatur maßvoll wählen und Zeitprogramme nutzen
  • Filter nach Bedienungsanleitung reinigen, Außengerät frei halten

Ab wann ist die Klimaanlage steuerbar nach § 14a EnWG?

Wenn Anlagen zur Raumkühlung mehr als 4,2 kW Netzanschlussleistung haben. Mehrere Klimaanlagen desselben Betreibers werden dabei zusammengerechnet, Wärmepumpen und Klimaanlagen aber getrennt betrachtet.

Der Netzbetreiber darf solche Anlagen bei drohender Überlastung des Netzes vorübergehend drosseln, höchstens bis auf 4,2 kW. Im Gegenzug zahlen Betreiber ein reduziertes Netzentgelt. Die Regeln gelten nach Angaben der Bundesnetzagentur für Anlagen, die seit dem 1. Januar 2024 in Betrieb gehen. Anmeldung und Anschluss übernimmt der Elektrofachbetrieb; wir stimmen die Gerätewahl mit ihm ab.

Was wir selbst machen – und was nicht

Wir planen und bauen die Klimaanlage. Strompreise, Tarife und Netzentgelte legen Energieversorger und Netzbetreiber fest – dazu beraten wir nicht.

Macht Noa Haustechnik

  • Kühl- und Heizlast der Räume einschätzen und die passende Gerätegröße wählen
  • Energielabel und Datenblätter mit Ihnen durchgehen
  • Einbau und Inbetriebnahme inklusive Kältemittelarbeiten durch unseren Fachbetrieb

Machen andere Fachleute

  • Elektroanschluss, Anmeldung und Anschluss nach § 14a EnWGElektrofachbetrieb – koordinieren wir
  • Netzentgelt, Steuerung und ZählerwechselNetzbetreiber und Messstellenbetreiber
  • StromtarifIhr Energieversorger

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Stromverbrauch und Energielabel

Wie viele Kilowattstunden verbraucht eine Split-Klimaanlage im Jahr?

Den Normwert für Kühlen und Heizen nennt das Energielabel Ihres Geräts. Der tatsächliche Verbrauch hängt davon ab, wie das Gerät genutzt wird und wo es steht; eine pauschale Zahl wäre deshalb nicht seriös.

Ist A+++ immer die beste Wahl?

Nur, wenn auch die Größe passt. Ein zu großes Gerät schaltet häufig ein und aus und arbeitet dann weniger effizient, als das Label verspricht. Wichtiger als die höchste Klasse ist ein Gerät, das zur Kühl- und Heizlast Ihrer Räume passt.

Gilt das Label für die ganze Anlage?

Es gilt für die angegebene Kombination aus Außengerät und Innengerät beziehungsweise Innengeräten. Bei Multisplit-Anlagen kann sich die Klasse mit anderen Innengeräten ändern.

Welche Klimazone zählt in Deutschland?

Für das Heizen die Klimazone „mittel“. Hersteller müssen mindestens diese Klasse angeben, und für die BEG-Förderung als Heizung zählt ebenfalls die Klasse der mittleren Klimazone (TFAQ 8.21).

Kommt ein neues Energielabel für Klimageräte?

Eine Umstellung auf die Skala A bis G ohne Pluszeichen ist auf EU-Ebene in Vorbereitung. Bis dahin gilt das Label nach Verordnung (EU) Nr. 626/2011.

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